Montag, 4. Juli 2011

Nachlassen...

Wir sitzen am Badewannenrand. Die Hosenbeine hochgekrempelt. Den von Kalk gezeichneten Thermostat drehen wir auf und das heiße Wasser fällt kontinuierlich auf den Wannenboden. Als die fortschreitende Wasserfläche unsere Füße benetzen, zucken wir zusammen, ob der hohen Temperatur.
Nach vier Minuten und acht Zentimeter Wasserstand, schaukelt sich das zuströmende mit dem vorhandenen Wasser in irgendeiner Form der Resonanz derart auf, dass sogar unsere Gesichter was abbekommen. Nach acht Minuten und vierzehn Zentimeter stellt sich das konstante, sonore Rauschen an, das mit steigendem Wasserspiegel dann halt ein bisschen an Nachdruck verliert, aber nicht mehr die Charakteristik ändert.

Samstag, 2. Juli 2011

Sich selbst das Blut abschnüren...

Es ist vergleichbar wie wenn ein kleiner Felix hinfällt. Die erste Emotion ist eine gewisse Überraschung, ein Verdattertsein, völlig perplex. Die Reaktion der Mutter, die - und das weiß das Kind - zwar nicht unmittelbar mitfühlen kann, aber doch ein Hintergrundwissen hat, das der kleine Scheißer noch nicht hat, ist mitunter entscheidend.
Sorgt sich die Mutter nun übermäßig um ihn, dann merkt er es passt etwas nicht und weint. Wenn sie den Sturz aber kaum beachtet, schenkt auch der Felix dem kaum Bedeutung.
Wenn er dann aufsteht und der Fuß tatsächlich mehrfach kompliziert gebrochen ist, dann beginnt er ja eh noch früh genug zu weinen.

Donnerstag, 30. Juni 2011

Mit dem Arm gegen den Lederriemen ankämpfen...

Als du in der Früh in den Spiegel schaust, erschrickst du beim Anblick des Eiterbällchens im linken Augenwinkel. Es brennt so stark, dass das ohnehin glasige Auge zu tränen beginnt. Im Radio, das du aus irgendeinem Grund angeschaltet hast, redet ein Optimist vom erfolgreichen, beschrittenen Weg in eine friedlichere Welt. Doch das Auge ist rot, rot wie ein Auge halt sein kann, in Wahrheit ein Weiß mit leichtem Rosastich, doch bei Augen ist der Mensch sensibilisiert. Auch die Pupille wirkt größer und träger als beim Rechten, Kraft Ausstrahlenden. Mit der linken Hand wischt du den Eiter weg und das frische tiefrote Blut auf deinen Fingern benetzt das Auge.
Einen Moment siehst du durch die rosarote Brille.

The reasons all have run away but the feeling never did

Mittwoch, 29. Juni 2011

Den Reiz kaum noch ertragen...

* ... am i supposed to do, just lose and lose?

Dienstag, 28. Juni 2011

Mit juckender Armbeuge...

... *


© either sgt pammerino or me, well never no.

Montag, 27. Juni 2011

Festgeschnallt werden...

Du hörst sie schon länger, die Bombe, deren Fall - angefangen im Ultraschallbereich - ein immer tiefer werdendes, lauteres, mittlerweile sogar dröhnendes Pfeifen von sich gibt. Alleine an der Tonhöhe und wegen der ganzen Filme weißt du, dass sie gleich einschlagen wird.
Dennoch, oder gerade deswegen, drehst du dein Gesicht langsam gegen den Himmel. Der kleine schwarze Punkt - du wartest gebannt. Reines Interesse an dem bevorstehenden Ereignis erfüllt dich. Keine billigen Emotionen würdest du selbst sagen.
Und gerade als der Punkt dann beginnt in wahrnehmbaren Größenordnungen zu wachsen, trifft dich von links so eine Arschloch Revolverkugel und nimmt deinen halben Kopf mit.

Sonntag, 26. Juni 2011

Bettruhe um sechs...

"Wie in ein Kaleidoskop zu schauen!"

Aus kurzer Geistesabwesenheit holt ihn das Kaleidoskop wieder zurück. Das interessiert ihn.

"All das Bunte, Wohlbekannte, vertraut die Formen und vertraut die Farben, aber immer neu zusammengewürfelt."

"Und das in einem geschlossenen System" wirft er jetzt ein. Sein Gegenüber schaut ihn überraschend erfreut an. Offenbar hatte der nicht damit gerechnet, dass er den Gedanken weiterspinnen würde, ihm folgen könne.

"Solange es lichtverändernd wirkt, ist es gut."

Dann nicken sie beide wissend und es sieht etwas grotesk aus.

Montag, 7. Februar 2011

Salzloses Abendessen um halb fünf...

31%

Es ist eine schnelle Abfolge. Noch abgelenkt, in jemand anderen versetzt, erlangt dich - zuerst noch vage und mit hallender Stimme - die Idee, die dich, sobald sie dich hat, fesselt. Doch zu schnell kannst du dich schon wieder rühren und du schweifst ab. Du versuchst dich aus einer größtmöglichen Distanz zu sehen, aber dich beschämt was du von dort siehst. Aber so kann es doch nicht sein, auch das ist lächerlich, weißt du, da siehst du dich zu kritisch und andere mögen deine ideen. Letztlich ist es die bloße, pure Wahrnehmung eines diffusen und doch beißenden Geruchs, eine Besinnung auf deine eigene Physis die dich fasziniert. Dir ekelt, und doch bist du irgendwie erleichtert wegen deiner Vielschichtigkeit, zumindest in dieser Hinsicht.

26%

Mittwoch, 10. November 2010

Verstellbares Krankenbett...

An die Ungeborenen, all die Getöteten.


Beim Knoten der Schlaufe besingen sie dich alle, der kleine Mann fühlt mit. Langsam, zweimal rechts und zweimal links mit den Wänden kollidierend wankst du durch den Gang. Das Licht kommt am Ende von rechts, intensiver werden all die schönen Laute, jedoch drücken sie dich zusehends in die Tristesse. Hinter dem Vorhang, zwischen dem heimeligen Warmen und der kalten Nacht kauerst du, die kleine Glut wird zugweise am Leben erhalten, doch langsam, langsam näherst du dich dem Ende. Die weit ausholende Bewegung, anonym und einsam setzt den ersten Schnitt. Tiefer als du dachtest. Und am Satzende hast du mit der Betonung nach unten zu gehen.