Samstag, 8. August 2009
Ein Sträuben im Körper, ein Bangen im Geist...
Nicht dass du da jetzt vorschnelle Schlüsse ziehst. Um ganz ehrlich zu sein täte ich das auch. Wer nicht? Aber beruhige dich mit mir, setze dich in deinen Sessel, nimm die Tasse Tee - ich hoffe sie ist dir nicht mehr zu heiß, ich hab mir mal die Zunge verbrannt, dann dieses tagelange Rauheitsgefühl, diese Taubheit, unangenehm - jedenfalls und wenn ich in das Loch falle, jetzt urteile noch nicht, aber dass ich das überlebe dort, das ist wirklich wirklich ganz ehrlich nicht mein größtes Ziel.
Mittwoch, 5. August 2009
Alles verschwommen, aber klinisch die Kälte...
Schon ein geradezu morbider Tag. Du wagst den zu so relativ früher Stunde schmerzenden Blick zur Sonne, glaubst es wird noch der Regen, passend wäre er. Und als du zwischen all den Graugestuften Menschen stehst, natürlich im prallen Sonnenschein, wunderst du dich über all die Sonnenbrillen, meist das ganze Gesicht verdeckend. Ob es denen nun peinlich ist zu weinen, peinlich ist nicht zu weinen, peinlich ist zu wenig zu weinen, peinlich ist zu viel zu weinen oder peinlich ist ein klares heiteres Blitzen in den Augen zu haben, es kommt einem unehrlich vor zu so einem Anlass nicht sein Gesicht zu zeigen.
Der Zwölfjährige verliert seinen Vater und doch hat man dann fünf Minuten nachdem man die Brillen gesehen hat das Gefühl dass er - ebenjene auf sich gerichtet - genauestens darauf achtet das Schäuflein Erde mit einer auch ja angemessenen Geste in das Loch zu befördern.
Und als sich in der Kirche auf die Knie geworfen wird, Agnostiker vollster Überzeugung, da kann man nur denken wie dumm doch Kaninchen sein müssen die bei offener Türe nicht das Gehege verlassen. Du lächelst dann, auch trotz dieses Anlasses, aber dein Lächeln ist hübsch, Lächeln ist sowieso hübsch.
Der Zwölfjährige verliert seinen Vater und doch hat man dann fünf Minuten nachdem man die Brillen gesehen hat das Gefühl dass er - ebenjene auf sich gerichtet - genauestens darauf achtet das Schäuflein Erde mit einer auch ja angemessenen Geste in das Loch zu befördern.
Und als sich in der Kirche auf die Knie geworfen wird, Agnostiker vollster Überzeugung, da kann man nur denken wie dumm doch Kaninchen sein müssen die bei offener Türe nicht das Gehege verlassen. Du lächelst dann, auch trotz dieses Anlasses, aber dein Lächeln ist hübsch, Lächeln ist sowieso hübsch.
Sonntag, 2. August 2009
Die Stunden (?), nur ein Wimpernschlag...
Bei der Eisenbahn könnte ich mir das nie vorstellen. Da ist die Liebe am größten bei Drehstromfahrzeugen, zumindest ab den Thyristorgesteuerten. Dampf durch Kohlebefeuerung, suspekt und nur der Vollständigkeit halber.
Aber in der Luftfahrt, das war der heutige Abend wirklich, in hoher spezifischer Dichte hab ich die Freiheit, die Kreativität und Vielseitigkeit, die Erforschung durch Experimentieren des Unbekannten gesehen. Eine DC3 [Bild] war immer schon Bindungsglied zwischen der wunderschönen Triple Seven und eben den Gebrüdern Wright. Aber heute ging das über das hinaus. Das Teilen in zwei Rümpfe, ein richtiggehender Rechtecksrahmen [Bild] als Grundgestell, ein Mitteltriebwerk oder gleich deren acht. Da hätte einem als Ingenieur das Herz gelacht.

Aber in der Luftfahrt, das war der heutige Abend wirklich, in hoher spezifischer Dichte hab ich die Freiheit, die Kreativität und Vielseitigkeit, die Erforschung durch Experimentieren des Unbekannten gesehen. Eine DC3 [Bild] war immer schon Bindungsglied zwischen der wunderschönen Triple Seven und eben den Gebrüdern Wright. Aber heute ging das über das hinaus. Das Teilen in zwei Rümpfe, ein richtiggehender Rechtecksrahmen [Bild] als Grundgestell, ein Mitteltriebwerk oder gleich deren acht. Da hätte einem als Ingenieur das Herz gelacht.

Freitag, 31. Juli 2009
Endlich das Bewusstsein verlieren...
Einen Kaffee bestellt er sich, es ist zehn Uhr dreiundzwanzig und das Radio ist ihm vermutlich um genau eine Stufe zu laut eingestellt. Der Tag ist sonnig, eine Wolke auf ungefähr drei Uhr in einem Höhenwinkel von achtundvierzig Grad trübt kaum und das Croissant ist vorzüglich wenn auch reichhaltig. Der Tisch ist sauber, im Gegensatz zum Nebentisch mit der Nummer zehn, auf einem Blechwinkel mit etwas Edding-mäßigem sorgfältig notiert. Er sitzt auf acht, neun kann er komischerweise nicht sehen. Vor ihm rauscht das Meer auch wenn davon wahrscheinlich ein Großteil Selektion des Gehörs ist, der täglich um zehn Uhr vierzehn abfahrende Bus, der tatsächlich täglich erst um zehn Uhr dreiundzwanzig ankommt ist in Wahrheit beherrschender vom Geräusch.
Er schaut der Kellnerin hinterher und widmet sich der Zeitung.
Gern wäre ich er.
Er schaut der Kellnerin hinterher und widmet sich der Zeitung.
Gern wäre ich er.
Montag, 27. Juli 2009
Noch die Hoffnung fassen, irgendwann einmal in Würde abzutreten...
Meine Rundumbewunderung für Kehlmanns Festrede, er spricht aus so so vielen Seelen der Freunde der deutschen Sprache, vor allem der gesprochenen. Pointiert, aber geradezu lyrisch, er macht es vor, er schreibt wie es ideal wäre zu reden, nur wäre das wohl kaum zu schaffen.
Samstag, 25. Juli 2009
Der Hall, immer und immer wieder...
Es ist klar und die Sonne, gebrochen durch die Wasseroberfläche, wärmt bis hierher. Es sind noch vier andere da, sie interessieren mich kaum. Ich tauche immer weiter ab, die Sonne und die Wärme, noch immer spürbar aber nicht mehr ganz so greifbar. Die Partikel schießen mir entgegen, bald ist der Punkt gekommen an denen sie heller sind als die Umgebung. Ein Blick nach oben, das Licht nur noch mittelbar.
Immer schneller ziehen die Partikel an mir vorbei, immer mehr schießen von unten auf mich zu, immer deutlicher heben sie sich als weiße Punkte von der immer breiteren Dunkelheit ab. Ich denke nicht über diesen einen merkwürdig schweren Atemzug nach, ich bin nur gespannt auf das Unbekannte, unendlich Weite vor mir.
Die Punkte werden zu geraden Linien, dann verdoppeln sie sich, kreuzen einander, schlingen Kreise und zerspringen in tausende Teile. Es ist wunderbar.
Ein Blick, das grelle Licht des Displays öffnet mir die Augen, es ist dunkel, es zeigt 91 Meter. Keine Regung, nur der Atem wird schwerer, ich drehe mich um ich verliere das Mundstück, ich winde mich, die Punkte wollen nicht wieder zu Linien werden, es bleibt dunkel es wird kalt, ich bin ganz alleine und unendlich weit weg. Es tut weh, das Wasser im Mund ich muss einatmen.
Immer schneller ziehen die Partikel an mir vorbei, immer mehr schießen von unten auf mich zu, immer deutlicher heben sie sich als weiße Punkte von der immer breiteren Dunkelheit ab. Ich denke nicht über diesen einen merkwürdig schweren Atemzug nach, ich bin nur gespannt auf das Unbekannte, unendlich Weite vor mir.
Die Punkte werden zu geraden Linien, dann verdoppeln sie sich, kreuzen einander, schlingen Kreise und zerspringen in tausende Teile. Es ist wunderbar.
Ein Blick, das grelle Licht des Displays öffnet mir die Augen, es ist dunkel, es zeigt 91 Meter. Keine Regung, nur der Atem wird schwerer, ich drehe mich um ich verliere das Mundstück, ich winde mich, die Punkte wollen nicht wieder zu Linien werden, es bleibt dunkel es wird kalt, ich bin ganz alleine und unendlich weit weg. Es tut weh, das Wasser im Mund ich muss einatmen.
Donnerstag, 23. Juli 2009
Es am Boden klirren hören...
Er fühlt sich wie Porcelain auf Californication. Oder I Could Have Lied auf Blood Sugar Sex Magik. Oder Tearjerker auf One Hot Minute. Wobei traurig ist er ja nicht.
Seine Schlagzahl ist einfach enorm hoch gewesen. Im Schnitt nur 4,4 von 24 Stunden ist er nicht mit einem anderen menschlichen Wesen im Raum, im Schnitt 8 Stunden von 24 auch noch mit dem Hirn aktiv, im Schnitt 2 Stunden körperlich, es fehlt ihm die Nadel die ihm diese riesige Blase, in der sein Kopf ist, zerplatzen lässt.
Er fühlt sich wie Sekunde 09 bis 12 hiervon, das ist es.
Seine Schlagzahl ist einfach enorm hoch gewesen. Im Schnitt nur 4,4 von 24 Stunden ist er nicht mit einem anderen menschlichen Wesen im Raum, im Schnitt 8 Stunden von 24 auch noch mit dem Hirn aktiv, im Schnitt 2 Stunden körperlich, es fehlt ihm die Nadel die ihm diese riesige Blase, in der sein Kopf ist, zerplatzen lässt.
Er fühlt sich wie Sekunde 09 bis 12 hiervon, das ist es.
Dienstag, 21. Juli 2009
Die Hand fassungslos ganz öffnen...
Würde man Fußballer in Laufmetern kaufen, wäre Andriy Archavin wohl teurer als er es auf Preis pro Stück gerechnet war. Um einiges!!!
Sonntag, 19. Juli 2009
Augenblicklich den Griff lockern...
Eine der friedlichsten Assoziationen, nicht ohne Grund, ist der Fluss Jordan. Sechs kleine Füße, die ob der Neigung wohl eher Zug auf seine Haut ausüben als Druck, sechs kleine Füße lassen ihn langsam zurückkehren. Den Hals hinauf, Richtung linkes Ohr. Er greift hin. Es summt, es ist verstimmt, die Erdwespe, er schluckt er lässt sie leben, sie sticht, er lässt sie leben, sie umfliegt ihn, er lässt sie leben, sie sticht, er lässt sie leben, sie fliegt gegen die Scheibe, er lässt sie leben sie hat wohl zu viel getan, sie stirbt, er hätte sie leben lassen. Sie ist tot und er schlägt auf den kleinen aggressiv gestreiften Hinterleib ein. Drischt sie zu Brei.
Donnerstag, 16. Juli 2009
Auf einen Schlag erkennen...
Zugegeben, man war eher auf Moll eingestellt. Und man wollte nur Melanzani schneiden, so ließ man es zumindest verlauten, und dann war es doch ein Griff auf des Messers Schneide. Obwohl man es schon geschirrgespült hatte, oft genug, beziehungsweise noch nicht zu oft, oder aus anderem Winkel noch nicht oft genug.
Ein sattes Umfassen der Klinge, man sah sie nicht in purem silbernen Blitzen, man schaute erst darauf als sie langsam in rot gehüllt wurde. Die erste Beugesehne, die des kleinen Fingers wurde mit einem schönen, leisen Es durchtrennt, die des Ringfingers erwartungsgemäß in F, und dann kam das G. Kein Moll. Warum der um eine Hälfte zu hohe Ton? Wahrscheinlich war der Mittelfinger nach den ersten Zweien nicht mehr vollständig entspannt. Da sind immer ein paar Hertz drinnen.
Aber man freute sich über Dur, man wollte ja insgeheim lächeln und einen Spaß dabei haben.
Ein sattes Umfassen der Klinge, man sah sie nicht in purem silbernen Blitzen, man schaute erst darauf als sie langsam in rot gehüllt wurde. Die erste Beugesehne, die des kleinen Fingers wurde mit einem schönen, leisen Es durchtrennt, die des Ringfingers erwartungsgemäß in F, und dann kam das G. Kein Moll. Warum der um eine Hälfte zu hohe Ton? Wahrscheinlich war der Mittelfinger nach den ersten Zweien nicht mehr vollständig entspannt. Da sind immer ein paar Hertz drinnen.
Aber man freute sich über Dur, man wollte ja insgeheim lächeln und einen Spaß dabei haben.
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