Donnerstag, 29. Oktober 2009

Feststellen...


Ob jetzt Transversal oder Longitudinal, der Boden bebt und schwingt kurz unter dir. Kurz aber heftig. Der Schadensbericht lässt sich noch nicht wirklich erfassen, zu behaftet bist du noch.
Doch viel schlimmer ist die wieder aufkeimende Ahnung, die Ahnung dass du nicht fest stehen kannst, mit beiden Füßen, nie, du stehst auf etwas Labilem, schwer aus der Ordnung zu Bringendem, doch es wurde gerade angeklopft.

Sonntag, 25. Oktober 2009

Der Gedanke beginnt zu schweifen,...



Als er den Kaffee bestellt hat hat der Ermittler gesagt dass sie wieder einen Passagier, einen aus Reihe Vierzehn, schon irgendwie grotesk weil es ja die Dreizehnte nicht gibt wegen dieses Aberglaubens und so, aber das Schicksal das zählt einfach durch und schaut nicht auf die Nummern, dass sie halt wieder einen gefunden haben, schon den dritten, oben in den Bäumen, der keine erkennbaren tödlichen Verletzungen hat und vielleicht in den letzten zwei Tagen erfroren ist.
Allerdings waren es auch zehntausend Meter.

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Der Ewigen...




(die Qualität ist leider zu schlecht um die Credits am Ende gut lesen zu können, Hannes, Jenny)

Mittwoch, 16. September 2009

Das Brennen in der Netzhaut...

Die Palmen haben den Guss angekündigt, der Himmel sieht über dem düsteren trüben Meer noch dünkler aus. Am Anfang wird der Regen eine Waffe sein, er wird die nackte Haut strapazieren, er wird trommeln und unbarmherzig alles angreifen das von seiner Brunst getroffen wird. Er wird laut sein und kalt.
Doch er wird reinigen. Du hast eben einen Todeskampf gefochten. Lange, bis an dessen und dein Ende. Geschwitzt hast du und gemerkt hast du das wohl nie. Deine hervorgequollenen Augen und dein abwehrender Unterarm scheinen verletztlich aber auch trotzig.
Und dann zerschneiden nicht mehr die Regenpfeile dein Bild. Es wird ein Vorhang und es wird ganz ruhig in dem Rauschen, Wasser trifft dann auf Wasser und du wirst langsam im Moor versinken, der abwehrende Arm jetzt als letzter Gruß und die hervortretenden Augen jetzt ungläubig.

Samstag, 8. August 2009

Ein Sträuben im Körper, ein Bangen im Geist...

Nicht dass du da jetzt vorschnelle Schlüsse ziehst. Um ganz ehrlich zu sein täte ich das auch. Wer nicht? Aber beruhige dich mit mir, setze dich in deinen Sessel, nimm die Tasse Tee - ich hoffe sie ist dir nicht mehr zu heiß, ich hab mir mal die Zunge verbrannt, dann dieses tagelange Rauheitsgefühl, diese Taubheit, unangenehm - jedenfalls und wenn ich in das Loch falle, jetzt urteile noch nicht, aber dass ich das überlebe dort, das ist wirklich wirklich ganz ehrlich nicht mein größtes Ziel.

Mittwoch, 5. August 2009

Alles verschwommen, aber klinisch die Kälte...

Schon ein geradezu morbider Tag. Du wagst den zu so relativ früher Stunde schmerzenden Blick zur Sonne, glaubst es wird noch der Regen, passend wäre er. Und als du zwischen all den Graugestuften Menschen stehst, natürlich im prallen Sonnenschein, wunderst du dich über all die Sonnenbrillen, meist das ganze Gesicht verdeckend. Ob es denen nun peinlich ist zu weinen, peinlich ist nicht zu weinen, peinlich ist zu wenig zu weinen, peinlich ist zu viel zu weinen oder peinlich ist ein klares heiteres Blitzen in den Augen zu haben, es kommt einem unehrlich vor zu so einem Anlass nicht sein Gesicht zu zeigen.
Der Zwölfjährige verliert seinen Vater und doch hat man dann fünf Minuten nachdem man die Brillen gesehen hat das Gefühl dass er - ebenjene auf sich gerichtet - genauestens darauf achtet das Schäuflein Erde mit einer auch ja angemessenen Geste in das Loch zu befördern.
Und als sich in der Kirche auf die Knie geworfen wird, Agnostiker vollster Überzeugung, da kann man nur denken wie dumm doch Kaninchen sein müssen die bei offener Türe nicht das Gehege verlassen. Du lächelst dann, auch trotz dieses Anlasses, aber dein Lächeln ist hübsch, Lächeln ist sowieso hübsch.

Sonntag, 2. August 2009

Die Stunden (?), nur ein Wimpernschlag...

Bei der Eisenbahn könnte ich mir das nie vorstellen. Da ist die Liebe am größten bei Drehstromfahrzeugen, zumindest ab den Thyristorgesteuerten. Dampf durch Kohlebefeuerung, suspekt und nur der Vollständigkeit halber.
Aber in der Luftfahrt, das war der heutige Abend wirklich, in hoher spezifischer Dichte hab ich die Freiheit, die Kreativität und Vielseitigkeit, die Erforschung durch Experimentieren des Unbekannten gesehen. Eine DC3 [Bild] war immer schon Bindungsglied zwischen der wunderschönen Triple Seven und eben den Gebrüdern Wright. Aber heute ging das über das hinaus. Das Teilen in zwei Rümpfe, ein richtiggehender Rechtecksrahmen [Bild] als Grundgestell, ein Mitteltriebwerk oder gleich deren acht. Da hätte einem als Ingenieur das Herz gelacht.



Freitag, 31. Juli 2009

Endlich das Bewusstsein verlieren...

Einen Kaffee bestellt er sich, es ist zehn Uhr dreiundzwanzig und das Radio ist ihm vermutlich um genau eine Stufe zu laut eingestellt. Der Tag ist sonnig, eine Wolke auf ungefähr drei Uhr in einem Höhenwinkel von achtundvierzig Grad trübt kaum und das Croissant ist vorzüglich wenn auch reichhaltig. Der Tisch ist sauber, im Gegensatz zum Nebentisch mit der Nummer zehn, auf einem Blechwinkel mit etwas Edding-mäßigem sorgfältig notiert. Er sitzt auf acht, neun kann er komischerweise nicht sehen. Vor ihm rauscht das Meer auch wenn davon wahrscheinlich ein Großteil Selektion des Gehörs ist, der täglich um zehn Uhr vierzehn abfahrende Bus, der tatsächlich täglich erst um zehn Uhr dreiundzwanzig ankommt ist in Wahrheit beherrschender vom Geräusch.
Er schaut der Kellnerin hinterher und widmet sich der Zeitung.
Gern wäre ich er.

Montag, 27. Juli 2009

Noch die Hoffnung fassen, irgendwann einmal in Würde abzutreten...

Meine Rundumbewunderung für Kehlmanns Festrede, er spricht aus so so vielen Seelen der Freunde der deutschen Sprache, vor allem der gesprochenen. Pointiert, aber geradezu lyrisch, er macht es vor, er schreibt wie es ideal wäre zu reden, nur wäre das wohl kaum zu schaffen.